Retro Fernseher. Schriftzug "Tipps für das Homekino"

Tipps für das Homekino: Historische Dokus

Geschichts-Dokus beleuchten Historisches unterschiedlicher Arten. In „Heimat ist ein Raum aus Zeit“ begibt sich Filmemacher Thomas Heise auf die Spuren seiner Familie, während sich „Der Anständige“ mit NSDAP-Politiker Heinrich Himmler beschäftigt. (13/2021)

Der Anständige

Erst vor wenigen Jahren kamen private Briefe von Heinrich Himmler ans Licht, die sich zuvor in Privatbesitz befunden hatten. Von keinem anderen Angehörigen der NS-Führung gibt es so viele persönliche Dokumente wie von ihm. Anhand dieses Nachlasses und umfangreichem Archivmaterial hat die Regisseurin Vanessa Lapa ein Porträt Himmlers geschaffen und skizziert seine Pläne und Geheimnisse. Durch die persönlichen Zeugnisse wird auch deutlich, was Himmler wichtig war und wie er sich selbst sah.

Verfügbar auf alleskino.

A Man Can Make A Difference

Der 101-jährige Benjamin Ferencz war vor rund 70 Jahren der Chefankläger des Einsatzgruppen-Prozesses, dem neunten der insgesamt zwölf Nürnberger Prozesse und ist der einzige noch lebende Chefankläger. Seine Mission ist es, Kriegsverbrechen offenzulegen und für ein friedlicheres Zusammenleben ohne Kriege zu kämpfen. So nahm er an den Verhandlungen für einen Internationalen Strafgerichtshof teil und setzte sich nach dessen Gründung intensiv dafür ein. „A Man Can Make A Difference“ ist das Porträt über einen Menschen, der durch seinen unermüdlichen Einsatz viel im Kampf für Gerechtigkeit erreicht hat.

Verfügbar auf Kino on Demand, alleskino, Amazon Prime, Google Play und maxdome.

Amend: The Fight For America

In sechs Folgen widmet sich die Doku-Serie „Amend: The Fight For America“ der Geschichte der USA in Bezug auf den 14. Zusatzartikel zur Verfassung. Wie entstand die amerikanische Demokratie? Der Schwerpunkt der Reihe ist vor allem der stetig andauernde Kampf für Gleichbehandlung. Zur Entstehung des Staatsbürgerschaftsrechts für Afroamerikaner über die Proteste und Bürgerrechtsbewegung durch Martin Luther King bis hin zum Kampf für die gleichgeschlechtliche Ehe werden historische Ereignisse rund um die Gleichberechtigung erklärt.

Verfügbar auf Netflix.

Die Tochter des Spions

1978 will die 19-jährige Ieva Lesinska aus Lettland ihren Vater, der bei der UNO in New York arbeitet, besuchen. Doch dieser ist ein Agent, der für die CIA und den KGB arbeitet, wo er aber aussteigen will. Zusammen mit ihrem Vater lebt sie nun in einem Schutzprogramm und bekommt eine neue Identität: Evelyn Dorn, ein Mädchen aus der DDR. Nach einigen Jahren stirbt ihr Vater, die Umstände sind ungeklärt. Nach 30 Jahren will sie das ändern und geht ihrer Vergangenheit auf den Grund, um endlich die Wahrheit über ihren Vater zu erfahren.

Verfügbar auf Kino on Demand.

Heimat ist ein Raum aus Zeit

Der Filmemacher Thomas Heise verfolgt die Spuren seiner Familie bis ins 19. Jahrhundert hinein. Diese zeigen, wie zerrissen seine Familie ist: Menschen lernten sich zufällig kennen und lieben, trennten sich wieder, gingen Affären ein, verletzen sich, aber bekamen auch Kinder miteinander und lebten jahrelang glücklich zusammen. Alle haben auf ihre eigene Art und Weise Spuren hinterlassen. Thomas Heise zeigt diese in Form von Bildern, Manuskripten, Tagebüchern, Gesprächen und Briefen.

Verfügbar auf Amazon Prime.

Letters From Baghdad

Die Historikerin, Archäologin, Schriftstellerin und politische Beraterin Gertrude Bell galt als die mächtigste Frau im britischen Empire. Nach dem Ersten Weltkrieg war sie aufgrund vieler Kenntnisse, die sie durch ihre Reisen gewann, an der politischen Neuordnung und Gründung des heutigen Iraks beteiligt. „Letters From Bagdad“ begibt sich anhand von Briefen, Tagebüchern und weiteren Dokumenten auf Spurensuche und gibt gleichzeitig einen Einblick in die Geschichte des Iraks.

Verfügbar auf Vimeo on Demand.

Zeichnen gegen das Vergessen

Der österreichische Künstler Manfred Bockelmann hat es sich zur Aufgabe gemacht, den von den Nationalsozialisten ermordeten Kindern ein Gesicht zu geben, die in den Akten oft nur durch eine Nummer verzeichnet sind. Die Porträts zeichnet er mit Holzkohle, die gleichzeitig den Schrecken in den Augen der Kinder wiedergeben. Im Dokumentarfilm begibt sich der Maler auf Spurensuche in Archive und ehemalige Konzentrationslager und spricht mit Holocaust-Überlebenden, den Kindern von damals.

Verfügbar auf Vimeo on Demand.

Der irrationale Rest

1987 scheitert der Versuch von Suses Freund Matthias und ihrer besten Freundin Susanne, aus der DDR zu fliehen. An der Grenze zu Tschechien werden die beiden inhaftiert. Suse wird von der Stasi so lange psychologisch gefoltert, bis sie die beiden verrät. Nach 16 Jahren sehen sich die drei erstmals wieder. Sie besuchen die Orte, an denen sie an ihre gemeinsame Zeit, aber auch an schlimme Ereignisse erinnert werden. Doch ihre Vergangenheit schweißt sie zusammen.

Verfügbar auf alleskino.

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Hannah Hiergeist
Hannah Hiergeist ist Werkstudentin im Haus des Dokumentarfilms. Sie ist in der Online-Redaktion tätig und für den dokumentarischen Kinokalender auf der DOKsite verantwortlich.
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