Leerer Kinosaal mit Blick auf die Leinwand. Schriftzug "Tipps für das Homekino"

Tipps für das Homekino: Preisträger des DOK.fest München

Am 5. Mai startet das DOK.fest München 2021 mit vielen sehenswerten Dokus. Anlässlich dazu haben wir Dokumentarfilme zusammengestellt, die in den vergangenen Jahren auf dem Filmfestival mit Preisen ausgezeichnet wurden und online verfügbar sind. (17/2021)

Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit

Leiharbeiter sind in Deutschland keine Seltenheit. Trotzdem sind die Arbeitsbedingungen beispielsweise in Schlachtbetrieben miserabel und sie kämpfen ums Überleben. Aktivist:innen fordern, dass das geändert wird und setzen sich für mehr Rechte für Arbeiter ein. Im Gegensatz dazu probt eine Theaterklasse Brechts „Die Heilige Johanna der Schlachthöfe“ und diskutiert die deutschen Wirtschaftsstrukturen.

Wurde 2020 mit dem megaherz Student Award ausgezeichnet. Verfügbar auf Amazon Prime.

Der nackte König – 18 Fragmente über Revolution

In den Jahren 1979 und 1980 kam es zu Revolutionen im Iran und in Polen. Im Iran wurde dadurch der Schah gestürzt, in Polen entstand durch die Demonstrationen die Bewegung Solidarnosc. Während der Aufstände in Polen lebte Filmemacher Andreas Hoessli dort, von den iranischen Protesten erfuhr er von einem Studienkollegen, der Teile der Unruhen aufzeichnete und deshalb vom Geheimdienst beobachtet wurde. Der Dokumentarfilm widmet sich den Gründen für die Proteste und verdeutlicht diese durch die Aufzeichnungen der Geschehnisse. 

Über seinen Film hat Andreas Hoessli mit Kay Hoffmann vom Haus des Dokumentarfilms gesprochen. Das ganze Interview gibt es auf YouTube.

Wurde 2019 mit dem VIKTOR Main Competition DOK.international ausgezeichnet. Verfügbar auf Amazon Prime und alleskino.

Está todo bien – Alles ist gut

In Venezuela ist das öffentliche Gesundheitssystem völlig zusammengebrochen. Für viele endet das tödlich, denn es gibt keine Medikamente mehr. Aber nicht nur Krebspatienten, sondern auch Ärzte und Apotheker kämpfen ums Überleben. Viele haben bereits das Land verlassen, doch Manche wollen bleiben und protestieren gegen die Regierung. Tuki Jencquel stellt im Dokumentarfilm das Schicksal von einem Chirurgen, einem Apotheker, zwei Krebspatienten und einem Aktivisten vor und zeigt, wie alle an ihrer Hoffnung festhalten und auf ihre Art ums Überleben kämpfen.

Wurde 2019 mit dem VIKTOR DOK.horizonte ausgezeichnet. Verfügbar auf Amazon Prime und Kino on Demand.

In Search…

Als Kind wurde Regisseurin Beryl Magoko in ihrer Heimat Kenia beschnitten, wie so viele Mädchen. Für sie war es ein ganz normales Ritual, das zum Erwachsen werden dazu gehörte. Erst später wurde ihr bewusst, wie erniedrigend und menschenverachtend diese Praxis ist. Im Dokumentarfilm „In Search…“ spricht sie mit Frauen, die ebenfalls beschnitten wurden, über die schlimme Tradition und deren Schicksal.

Wurde 2020 mit dem megaherz Student Award ausgezeichnet. Verfügbar auf Amazon Prime, Kino on Demand und Google Play.

Jenseits des Sichtbaren – Hilma af Klint 

Die schwedische Malerin Hilma af Klint war zu Lebzeiten unbekannt. Ihre rund 1200 Werke wurden erst nach ihrem Tod ausgestellt – und machten sie weltbekannt. Auch stellt sich heraus, dass sie als eine frühe Begründerin der abstrakten Kunst gilt. Bereits 1906 schuf sie ihr erstes abstraktes Werk und das somit weit vor Künstlern wie Mondrian oder Kandinsky. Die Filmemacherin Halina Dyrschka zeigt ein Porträt Hilma af Klints und ihrer Malereien.

Wurde 2020 mit dem VFF Dokumentarfilm-Produktionspreis ausgezeichnet. Verfügbar auf Amazon Prime, Google Play, iTunes und maxdome.

Beuys

Joseph Beuys gilt als einer der bedeutendsten Aktionskünstler des 20. Jahrhunderts. Der Zeichner und Bildhauer nutzte die Kunst vor allem zur Provokation. Filmemacher Andres Veiel schafft in seinem Dokumentarfilm ein Porträt des Künstlers, das durch Bild- und Tonaufnahmen von Beuys selbst, aber auch durch Erklärungen seiner Zeitgenossen zusammengestellt wird.

Wurde 2018 mit dem Deutschen Dokumentarfilm-Musikpreis ausgezeichnet. Verfügbar auf Amazon Prime, Google Play und iTunes.

Bruder Jakob

Jakob, der Bruder des Filmemachers Eli Roland Sachs, der als 23-jähriger zum Islam konvertierte und sich schließlich dem Salafismus zuwendete. Jakob suchte in Religionen nach etwas, das seinem Leben einen Sinn ergibt. Nach und nach distanziert sich Jakob von seinen Freunden und seiner Familie, weil er immer wieder in Streit gerät. Auch diese wenden sich von Jakob ab, weil sie seinem Glauben mit Unverständnis und Ablehnung begegnen.

Verfügbar auf Amazon Prime, maxdome, iTunes und Google Play.

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Hannah Hiergeist
Hannah Hiergeist ist Werkstudentin im Haus des Dokumentarfilms. Sie ist in der Online-Redaktion tätig und für den dokumentarischen Kinokalender auf der DOKsite verantwortlich.
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