Künstler Joseph Beuys bei der Arbeit

Deutscher Filmpreis: »Beuys« gewinnt als Doku und beim Schnitt

Wer interessiert sich nach der Verleihung des Deutschen Filmpreises 2018 eigentlich für »Drei Tage in Quiberon«? Mit sieben Preisen wurde das Romy-Schneider-Drama ausgezeichnet und erntete (zurecht) die mediale Aufmerksamkeit. Viel wichtiger für Dokumentarfilm-Freunde allerdings ist der eigentliche große Gewinner der diesährigen Lola-Vergabe: »Beuys« von Andres Veiel (Regie) und Thomas Kufus (Produzent) wurde nicht nur als Bester Dokumentarfilm prämiert. Einmalig für Dokuprojekte: die beiden beteiligten Cutter wurden auch in der Kategorie Bester Schnitt mit der Lola geehrt.

In insgesamt drei Kategorien war die bei der Berlinale 2017 uraufgeführte Künstlerbiografie »Beuys«, an deren Fertigstellung Filmemacher Andres Veiel mehrere Jahre gearbeitet hatte, für eine Lola nominiert. Neben dem Siege als Bester Dokumentarfilm gab es bei der Preisverleihung auch den Sieg in der Kategorie Bester Schnitt. Nur beim Wettbewerb Beste Musik musste sich der von zero one film (Thomas Kufus) gemeinsam mit öffentlich-rechtlichen Sendern (u.a. SWR) produzierte Film geschlagen geben.

Die Hauptehre der Lola ging an den Produzenten Thomas Kufus, der diese hoch dotierten Filmpreis schon viele Male gewonnen hat. Stephan Krumbiegel und Olaf Voigtländer wurden für ihre Arbeit an »Beuys« mit der Lola in der Kategorie Bester Schnitt ausgezeichnet. Nominiert waren in diesem Kategorie noch Jan Ruschke für »Es war einmal Indianerland« und Mike Czarnecki für »Der Hauptmann«.

Der in Stuttgart geborene Filmemacher Andres Veiel hatte bei Dokville 2017 im Frühsommer letzten Jahres eindrücklich berichtet, welchen Aufwand er und sein Team betrieben hatten, um Zigtausende von Quellen zu sichen und schließlich zu einem Film zu verdichten. Dabei hatte Veiel unter anderem mit der Bildrechercheurin Monika Preischl zusammen gearbeitet.

Veiel schilderte damals, dass er mit »Moni«, die bereits an seinem letzten Film »Wer wenn nicht wir« mitarbeitete, deshalb so gerne zusammenarbeitet, weil sie mitdenke. Der Filmemacher konnte sich immer darauf verlassen, dass sie sich tief in das Footage einarbeiten würde. Sie stellte dann erst einmal eine »Best of« des umfangreichen Materials zusammen – dann begann sie, »Schneisen zu schlagen«. Es waren, sagt Monika Preischl, am Anfang »definitiv mehr als 20.000 Fotos«, die als Quellen zur Verfügung standen.

Den Videomitschnitt von Dokville 2017, der Andres Veiel und Monika Preischl im Gespräch mit der Journalistin Martina Knoben zeigt, präsentiert das Haus des Dokumentarfilms an dieser Stelle exklusiv.

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Neu im Kino: Beuys

Jahrelange hat er recherchiert und für den Schnitt arbeiteten Andres Veiel mit seinen Kollegen dann noch ganze 18 Monate, um »Beuys« zu vollenden. Selbst für einen Dokumentarfilm ist das eine lange Zeit. Aber der Filmemacher und der Produzent Thomas Kufus (zero one film) glaubten an die Arbeit. Das Vertrauen könnte sich lohnen: Der Film lief in diesem Jahr im Internationalen Wettbewerb der Berlinale und ist für den Deutschen Dokumentarfilmpreis nominiert, der Ende Juli in Stuttgart während dem Branchentreff Dokville und dem SWR Doku Festival verleihen werden wird. Nun ist er auch in den deutschen Kinos gestartet. In Ludwigsburg und Stuttart präsentierte der gebürtige Stuttarter Veiel bei einer DOK Premiere seinen jüngsten Film. Die offizielle Kinotour führt Veiel und »Beuys« durch zwei Dutzend Städte.

»Beuys« von Andres Veiel

Jahrelange hat er recherchiert und vorbereitet und als dann endlich alles Material zusammen war, dauerte der Schnitt ganze 18 Monate. Die Geduld des Produzenten Thomas Kufus (zero one film) und des Filmemachers Andres Veiel indes hat sich ausgezahlt. Im Schneideraum wurde »Beuys« zu einem Meilenstein, »Beuys« war schon in seinem Veröffentlichungsjahr 2017 einer der wichtigsten Dokumentarfilme des Jahres. Mit ein wenig Zeit und einigen Filmpreisen später zeigt sich, dass hier ein Meisterwerk gelungen ist. Arte zeigt den FIlm noch bis 9. Oktober in der Mediathek. Ein Pflichttermin.

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