Szene aus »Ich bin Ingrid Bergman« © Wesleyan University Cinema Archive, ZDF

»Ich bin Ingrid Bergman«

Sie war eine Jahrhundertschauspielerin und entzückt heute noch, mehr als hundert Jahre nach ihrer Geburt und ein Vierteljahrhundert nach ihrem Tod die Welt. Sie war aber auch ein rastloser Weltstar auf der Flucht. Der im Frühjahr 2015 in Cannes uraufgeführte Dokumentarfilm »Ich bin Ingrid Bergmann« wurde vielfach prämiert und ist heute, am 103. Geburtstag des Weltstars, ein echtes filmisches Juwel. Arte zeigt den knapp zwei Stunden langen schwedischen Film bis 5. Mai 2018 in der Mediathek und wiederholt ihn in der Nacht zum 6. Mai 2018 live im TV.

Ingrid Bergman wäre am 29. August 2015 hundert Jahre alt geworden. Sie galt als Hollywoods begabteste Schauspielerin. Siebenmal war sie für einen Oscar nominiert, drei Statuen gingen in ihren Besitz über, und ihre Auftritte in »Casablanca« (1942) oder »Herbstsonate« (1978) bleiben unvergessen. Schauspielen war ihre Leidenschaft. Doch als Tochter eines Fotografen hat sie selbst schon früh die Kamera entdeckt, um ihr rastloses Leben festzuhalten.


Ich bin Ingrid Bergman (Arte-Mediathek)

(Video laut Sender abrufbar bis 5. Mai 2018)

Isabella Rossellini öffnete für den Regisseur Stig Björkman das Privatarchiv ihrer Mutter. Viele Meter Film waren darin zu entdecken, aber auch Ingrid Bergmans Tagebücher, Briefe und Notizen. Mithilfe dieses Materials und den Interviews mit den vier Kindern und einigen weiteren Protagonisten erzählt der Film die Lebensgeschichte eines schwedischen Mädchens, aus dem eine der erfolgreichsten Schauspielerinnen des internationalen Films wurde.

Der schwedische Dokumentarfilm bietet einen sehr persönlichen Blick hinter die Kulissen einer märchenhaften Karriere. Ungefähr alle zehn Jahre erfand die vierfache Mutter ihr Leben neu, wechselte Ehemann und Familie. »Ich brauche keine Wurzeln«, sagte sie einmal in einem Interview. Doch dies kam nicht immer gut an. Als sie für den italienischen Regisseur Roberto Rossellini ihre erste Tochter Pia in den USA zurückließ, fiel sie dort für lange Zeit in Ungnade.

Der Film feierte im Mai 2015 seine Weltpremiere beim Filmfestival in Cannes und wurde von der Jury des Dokumentarfilmpreises »L’Œil d’or«, der in diesem Jahr erstmals vergeben wurde, mit einer »Mention Spéciale« geehrt.

Ich bin Ingrid Bergman
Dokumentarfilm, S 2015, 112 Minuten
Regie: Stig Björkman
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