Tättowierung Aktivistin "Dear Future Children"

„Dear Future Children“ auf Kinotour in Deutschland

Franz Böhms vielbeachtete Doku über jungen Aktivismus tourt derzeit als Vorpremiere. Eines der Open Airs findet am 5.8. in Stuttgart statt. Unsere Reihe DOK Premiere präsentiert den Film zudem im Herbst, u. a. in Ludwigsburg. Wir haben mit dem Regisseur gesprochen.

Anfang des Jahres 2021 feierte der Dokumentarfilm über jungen Aktivismus beim Filmfestival Max Ophüls Preis Premiere; offizieller Kinostart ist der 14. Oktober. In der bewegenden Doku geht es um drei junge Aktivistinnen, die für Veränderung kämpfen: Pepper für Demokratie und Unabhängigkeit in Hongkong, Rayen für mehr soziale Gerechtigkeit in Chile und Hilda als Klimaaktivistin in Uganda. 

Vorpremieren unter freiem Himmel

Aktivistin Rayen aus Chile in "Dear Future Children"Bereits ab Ende Juli ist „Dear Future Children“ (Camino Filmverleih) auf Open Air Kinotour. So ist die Doku beispielsweise am 5.8.2021 beim KastellSommer in Stuttgart zu sehen; am 5. und 6. Oktober 2021 dann auch bei unseren DOK Premieren in Stuttgart und Ludwigsburg. Beide Male inklusive Filmgespräch mit Franz Böhm. 

Nach unserem ersten Gespräch im Dezember 2020 haben wir dem Regisseur Franz Böhm nun erneut ein paar Fragen gestellt. Wie geht es den Protagonistinnen heute? Und ist es gelungen um das Filmprojekt „eine eigene kleine Bewegung zu schaffen“, wie Franz Böhm und sein Team es sich vorgenommen hatten? 

Dear Future Children – Publikumsliebling der Filmfestivals

Beiseinen nationalen und internationalen Filmfestivalteilnahmen begeistert „Dear Future Children“ das Publikum. Gleich auf drei Festivals 2021 erhielt die Doku den Publikumspreis: dem FIFDH in Genf, dem Hot Docs in Toronto und beim Max Ophüls Preis in Saarbrücken. Der Preis in Kanada sei für das Team besonders unerwartet gewesen, betont Franz Böhm. „Sich nach zwei Jahren Arbeit am Film bis tief in die Nacht mit interessierten Zuschauern auszutauschen, bleibt dann natürlich in Erinnerung.“ Jüngst wurde der Film zudem mit dem Umdenken Preis auf dem NaturVision Filmfestival in Ludwigsburg ausgezeichnet. 

Behind the Scenes "Dear Future Children" Uganda

Freude auf den Austausch im Kino

Dass „Dear Future Children“ vor allem ein Dokumentarfilm ist, der vom Austausch mit den Zuschauenden lebt, macht der junge Filmemacher immer wieder deutlich: „Die Themen des Films betreffen uns alle, daher hoffen wir auf ein breites Publikum.“ Nicht zuletzt soll er bewusst machen, was junger Aktivismus bedeutet – das haben zumindest auch die letzten Gespräche gezeigt: „Bei den Filmgesprächen finden spannende Diskussionen statt, die zum Umdenken motivieren. Manchen Zuschauenden waren beispielsweise die Auswirkungen des Klimawandels in Uganda so noch nicht bewusst“, so der Filmemacher. 

Eine Doku, die Aktivist:innen verbindet?

Im vergangenen Gespräch erklärte Franz Böhm, dass das Ziel sei, „um dieses Projekt eine eigene kleine Bewegung zu schaffen“. Ist das bisher gelungen, fragen wir ihn. „Wir sind natürlich noch nicht am Ziel, aber sind dabei, viele NGOs, Jugendgruppen und Organisationen hinter dem Projekt zu vereinen. Wir erzählen in diesem englischsprachigen Film Geschichten, die nicht direkt aus Europa kommen. Für eine europäische Kinoauswertung ist das dementsprechend eine Wette. Wir sind jedoch überzeugt davon, dass es für international relevante Geschichten und Charaktere auch in Europa ein breites Publikum gibt“, so Franz Böhm. 

Die internationalen Aktivistinnen heute

Die Geschichten der drei Protagonistinnen sind natürlich noch nicht zu Ende geschrieben. Das Team um Franz Böhm steht mit ihnen in engem Kontakt. Wie es ihnen aktuell ergeht, hat er uns erzählt:  

„Rayen aus Chile ist froh, dass es gelungen ist, die Verfassung zu stürzen. Hilda aus Uganda erfährt viele Herausforderungen. Die derzeitigen Überschwemmungen unterstreichen ja, wie wichtig ihr Aktivismus weiterhin ist. Pepper aus Hongkong geht es nicht gut. Sie musste aus Hongkong fliehen und realisiert, dass sie vermutlich nie wieder in ihre Heimat kann und sich im Ausland ein neues Leben aufbauen muss. Viele ihrer Freunde sind im Gefängnis oder haben sich das Leben genommen.“

Termine der Vorpremieren: Alle bundesweiten und aktuellen Termine können auf der Seite des Camino Filmverleih nachgelesen werden. Wir haben nachfolgend die nächsten Termine in der Region zusammengestellt. Begleitet werden die Vorpremieren von Regisseur Franz Böhm, der für anschließende Filmgespräche zur Verfügung steht: 

3. August – Karlsruhe | Open Air Kino Schloss Gottesaue 

5. August – Stuttgart | Open Air Kino KastellSommer 

6. August – Ulm | Open Air Kino Donau Film & Sterne 

5. Oktober – Stuttgart | DOK Premiere im Atelier am Bollwerk

6. Oktober – Ludwigsburg | DOK Premiere im Caligari Kino 

 
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Annika Weißhaar
Annika Weißhaar unterstützte bis Ende 2021 das Haus des Dokumentarfilms als Werkstudentin in der Online-Redaktion. Sie studierte Empirische Kulturwissenschaft im Master an der Universität Tübingen.
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