TV-Tipp 17.10.: Die große Passion – Ein wahrlich monumentales Laienspiel

Ein bayerisches Dorf im Ausnahmezustand: Oberammergau und die große Passion. Daraus hat Filmemacher Jörg Adolph in den Jahren 2010 und 2011 einen sehenswerten, preisgekrönten Dokumentarfilm gemacht: »Die große Passion«. Der Bayerische Rundfunk zeigt dieses fast schon monumentale Dokuwerk am Mittochabend in der kompletten 145 Minuten langen Fassung – so, wie man diese epische Langzeitbeobachtung auch würdigen sollte.

BR, 22:45 Uhr: Die große Passion

Die Besucher und die Vorgänge rund um die Oberammergauer Passionsspiele versetzen das bayerische Dorf alle zehn Jahre in einen Ausnahmezustand – von der Arbeit an der Textfassung über die Auswahl der Mitwirkenden und die Proben bis hin zu den 100 Vorstellungen. Für seine Langzeitdokumentation »Die große Passion« zu den Oberammergauer Passionsspielen 2010 hat Dokumentarfilmer Jörg Adolph die Oberammergauer über zwei Jahre lang bei der Vorbereitung und während der Spielzeit begleitet: Aus mehr als 300 Stunden Drehmaterial ist ein Dokumentarfilm über eine erstaunliche Dorfgemeinschaft quer durch die Generationen entstanden, über bayerische Lebensart und die unbändige Lust am Theaterspielen. Die Innenbetrachtung eines jahrhundertealten Rituals und zugleich eine frische Interpretation des Laienspiels, das im Zeitalter beliebiger Sinnsuche und virtuellen Überdrusses erstaunliche Lebendigkeit beweist.

Der Film von Jörg Adolph wurde 2013 bei der Verleihung des Deutschen Dokumentarfilmpreises mit dem Preis des Hauses des Dokumentarfilms bedacht. Die Jury unter Michael Verhoeven begründet ihre Entscheidung damals: »Ein vielschichtiges lokales Sittengemälde und großes Welttheater: Frömmigkeit und Geschäftssinn pizzakurier bern , Künstlerporträt und Ensemblebeobachtung verschränken sich zu einem gleichermaßen eigenständigen wie erhellenden und nicht zuletzt höchst unterhaltenden Film.«

Die große Passion
Dokumentarfilm, D 2011, 145 Min.
Regie: Jörg Adolph
Produktion: if Productions
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