Symbolbild Ukraine-Demonstration © Pexels/Mathias P.R. Reding

„NO MORE WAR!!“ – Ukraine-Benefizveranstaltung

Der Förderverein der Filmakademie BW organisiert zusammen mit der Filmakademie (FABW), KinoKult, dem Haus des Dokumentarfilms sowie dem Kunstzentrum Karlskaserne zwei Benefizveranstaltungen. Kinokult bietet zusätzlich eine Filmreihe zur Ukraine.

Kulturveranstaltung „NO MORE WAR!!“ in Ludwigsburg

Der Krieg gegen die Ukraine hat eine weltweite Welle der Solidarität und Unterstützung ausgelöst. Angesichts der sich verschärfenden humanitären Katastrophe im Land und unter den Flüchtenden sind weitere Hilfsanstrengungen nötig. Unter dem Titel „NO MORE WAR!!“ findet am Donnerstag, 31. März 2022 um 19 Uhr eine Kulturveranstaltung im Kunstzentrum Karlskaserne statt, die von Jürgen Walter moderiert wird. Die Schriftstellerin Lena Gorelik wird über Ursachen und Auswirkungen des Krieges gegen die Ukraine sprechen. Im Anschluss schildern die FABW-Studentinnen Yelyzaveta Davydenko und Alina Yklymova mit russischen bzw. ukrainischen Wurzeln ihre Sicht auf den Krieg. Zum Ausklang folgt ein Konzert der Pianistin Katherine Zyabluk aus Kiew. Während der Veranstaltung werden Spenden gesammelt, die komplett an lokale Ukraine-Hilfen gehen.

Filmvorführung und Gespräch mit Cyril Tuschi

Am Mittwoch, 6. April 2022 um 19.30 Uhr wird im Kino Caligari der Dokumentarfilm CHODORKOWSKIS NEUE FREIHEIT (2016) von Regisseur und FABW-Absolvent Cyril Tuschi gezeigt. Im Anschluss diskutiert er im Gespräch mit Kay Hoffmann (Haus des Dokumentarfilms e.V.) u. a. über das „System Putin“ und die Rolle der Oligarch:innen in Russland.

Der Film ist die Fortsetzung seines Dokumentarfilms DER FALL CHODORKOWSKI (2011), der entstanden ist, als der Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski noch in Sibirien im Gefängnis saß. Die Fortsetzung begleitet die ersten Schritte des ehemaligen Öl-Oligarchen in Freiheit, nachdem er 2013 begnadigt wurde. Tuschi befragt Chodorkowski als eine Art Kronzeugen für Russland und fordert ihn zu schonungsloser Ehrlichkeit heraus.

Besucher:innen haben beim Ticketkauf die Möglichkeit, als Spende eine Eintrittskarte in drei Preisstufen – 10 € / 20 € / 30 € – zu erwerben. Alle Einnahmen kommen auch hier lokalen Ukraine-Hilfseinrichtungen zugute.

Ukraine-Filmreihe im Caligari Kino Ludwigsburg

Ergänzend zeigt KinoKult e.V. im Caligari Kino vier weitere Filme mit Bezug auf den russischen Angriff auf die Ukraine. Am Samstag, 2. April 2022 um 15 Uhr (Orfeo Fellbach: 14. April um 20.15 Uhr) wird der Dokumentarfilm MAIDAN (2014) des bekannten ukrainischen Regisseurs Sergei Loznitsa gezeigt. In sorgfältig ausgewählten Tableaus in meist festen Einstellungen beobachtet die Kamera die Ereignisse auf dem Maidan, dem zentralen Platz in Kiew. Diese Proteste führten zur Loslösung der Ukraine von der russischen Bevormundung und zu ihrer Befreiung. Mit Sergei Loznitsa hat Kay Hoffmann ein Interview über diesen Film geführt.

Am Sonntag, 3. April 2022 um 19.45 Uhr läuft Sergei Loznitsas Spielfilm DONBASS (2018) über die Ostukraine und die dortigen Kämpfe seit 2014. In dreizehn Szenen zeigt der Film Aspekte des Konflikts zwischen der Ukraine und der von Russland unterstützten Volksrepublik Donez, die sich von der Ukraine losgesagt hat. Der Regisseur gewann für seinen medienkritischen Film eine Goldene Palme in Cannes als Beste Regie und der Film gilt als wichtiger Spielfilm aus der Ukraine.

Am Mittwoch, 13. April 2022 um 20.15 Uhr steht THIS RAIN WILL NEVER STOP (2020) von Alina Gorlova auf dem Programm (weitere Termine Caligari 14. April um 18 Uhr; Orfeo Fellbach: 21. April um 20 Uhr). In elf Kapiteln entwickelt sich er das Werk zu einem experimentellen, bildstarken Antikriegsfilm.

Zum Abschluss der Filmreihe wird Mittwoch, 27. April 2022 um 20.15 Uhr und Donnerstag, 28. April um 18 Uhr der deutsche Dokumentarfilm LANGES ECHO (2017) von Veronika Glasunowa und Lukasz Lakomy über den Alltag in Dobropillja einem Dorf in der umkämpften Ostukraine vorgeführt.

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Kay Hoffmann
Dr. Kay Hoffmann ist Studienleiter Wissenschaft im HDF und Gesamtkoordinator des DFG-Projekts „Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland 1945-2005“. Zusätzlich ist er seit langem Kurator der erfolgreichen DOK Premieren in Ludwigsburg.
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