Porträt Thomas Schneider

Nachruf auf Thomas Schneider: Er konnte alles ein bisschen schöner machen

Nachruf Thomas Schneider (1964-2019)

Das gesamte Team des Hauses des Dokumentarfilms ist sehr traurig und schockiert vom plötzlichen Tod von Thomas Schneider, der vergangene Woche gestorben ist – mitten aus dem Leben gerissen. Unser besonderes Mitgefühl gilt seiner Familie, die ihm immer sehr wichtig war.

Wir verlieren einen Kollegen, der in den vergangenen zehn Jahren mit viel Engagement der Gestalter unserer Online-Aktivitäten war. Er hat unsere Online-Strategie entwickelt, ausgebaut und mit Leben gefüllt. Er war ein Herzblut-Journalist, der bei unserem Branchentreff Dokville zur Höchstform auflief, um die wichtigen Inhalte blitzschnell über die verschiedenen Kanäle zu verbreiten. Thomas Schneider hatte ein untrügliches Gespür für Sprache und konnte jeden Text besser machen. Jedes Jahr harrte er die Nächte der Oscar-Verleihung aus, um den Gewinner des Dokumentarfilm-Oscars live zu erfahren und gleich darüber zu schreiben. Nach Hackerattacken konnte er die Systeme reparieren und schnell wieder online stellen. Er arbeitete sich in neue digitale Techniken ein, um sie als Journalist zu beherrschen und für seine Zwecke nutzen zu können. „Ich liebe Print, ich liebe Online, ich liebe es, das Beste zwischen beiden Welten zu vereinen“, sagte er selbst zu seinen Aktivitäten. Dies ist ihm im Haus des Dokumentarfilms auf hervorragende Weise gelungen.

Ebenso schrieb er gerne, bezog Position, entdeckte Themen für unsere Seiten und gab wichtige Kino- und TV-Tipps. Viele seiner Texte flossen in die DOKApp ein. Aber er war nicht nur schreibender Journalist, sondern gestaltete alle Werbemittel des Hauses mit oder designte sie gleich selbst. Dabei bewies er ein gutes Fingerspitzengefühl, wie etwas visuell wirkt. Legendär seine originellen Weihnachtskarten. Daneben dokumentierte er Veranstaltungen fotografisch. Maßgeblich war er an der Redaktion des umfangreichen Buches zum 25-jährigen Jubiläums des Hauses beteiligt. Immer wenn es etwas zu tun gab, war Thomas Schneider zur Stelle, half bei technischen Problemen, war sehr kollegial und immer für einen Witz zu haben.

Doch nicht nur im Haus des Dokumentarfilms wurde er mehr als geschätzt, auch die erschütterten Reaktionen von außerhalb zeigen, wie viele Menschen er mit seiner Arbeit erreichte und wie viele seine Veröffentlichungen mit Freude lasen.

Bevor er 2009 zum Haus des Dokumentarfilms kam, baute er die gemeinsame Onlineredaktion der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten auf und leitete sie. Dies galt ebenso für weitere Projekte der Verlagsgruppe wie »COMM – Computer, Online MultiMedia« und »S-Trip«. Zudem war er freier Autor für diverse Tages- und Fachzeitschriften (u.a. Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Hannoversche Allgemeine, Stuttgarter Zeitung, Sonntag Aktuell), betrieb eine eigene Website und unterrichtete als Dozent und Lehrbeauftragter an den Universitäten Hohenheim und der Karl-Eberhards-Universität Tübingen.

Für uns hatte Thomas Schneider immer ein offenes Ohr, überraschte uns regelmäßig mit seinem großen Humor und hat uns oft zum Lachen gebracht. Er hat nie jemanden hängen lassen und wenn es zeitlich besonders eng wurde, war er der Ruhigste. Wir alle mochten ihn sehr. Thomas, wir werden Dich vermissen!

Die Kolleginnen und Kollegen vom Haus des Dokumentarfilms

Die Trauerfeier findet am Freitag, 8. Februar um 9.00 Uhr auf dem Neuen Friedhof Degerloch statt (Haltestelle Peregrinastrasse) statt.

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