Mann mit Zeitung

TV- & Mediatheken-Tipps – Gesellschaft im Wandel

Einige Dokumentationen begeben sich auf Spurensuche nach Ursachen und Hintergründen zu Terror und Krieg, beispielsweise in Afghanistan oder aktuell in der Ukraine. Mehrere Dokus gewähren außerdem Einblicke in fremde Kulturen. Sie hinterfragen dabei auch ausländische politische Entscheidungen und Entwicklungen.
Auch das Eintauchen in die eigene Kultur bleibt nicht aus. Themen wie zum Beispiel Geschlechterrollen, Nachhaltigkeit und Kindererziehung sind Gegenstand der vorgestellten Dokumentationen und Dokumentarfilme.

11.07.

20:15 Uhr, Phoenix: „Unbekanntes Arabien – Saudi-Arabien – Der Westen“https://doksite.de/de/doku/mediathekenumschau/137447-video

Kind und Mann Saudi Arabien

Die Doku fragt danach, wie die Menschen im Königreich Saudi-Arabien leben. Das Land gehört zu den reichsten und konservativsten der Welt.
In der Stadt Dschidda, die bunteste Stadt am Roten Meer, leben die jungen Frauen, Ballerina Dschumana Chalid und Huda Talbani, Selbstständige eines mobilen Haustier-Services. Der Film zeigt, wie die beiden Frauen Nischen für ihre Bedürfnisse finden und ihre Zukunft gestalten. Auf der anderen Seite werden Männer gezeigt, die an ihren Traditionen festhalten, wie der junge Ali, der einmal im Jahr nach Mekka pilgert. In den Bergen der Provinz Asir schmücken die sogenannten Blumenmänner ihre Häupter mit Kränzen und tragen bunte Trachten. Der Film begibt sich hinter die Kulissen eines einheitlich erscheinenden Landes, dessen Inneres eine ungeahnte Vielfalt offenbart.

21:00 Uhr, BR: „Beruf Bäuerin – 100 Jahre Frauengeschichte“

In der Dokumentation wird der Frage nachgegangen, inwiefern sich der Beruf der Bäuerin innerhalb der letzten 100 Jahre verändert hat. Wie viel ist übrig geblieben vom Klischee über die Bäuerin: Kühe, Küche, Kinderkriegen? Steffi Illinger und Julia Zantl erfragen in ihrer Dokumentation, wie sich das Rollenbild auf bayerischen Höfen verändert hat. Drei Bäuerinnen aus drei Generationen gewähren Einblicke. Diese werden durch Erzählungen von der Tochter von Anna Wimschneider, Bäuerin und Autorin des Weltbestsellers „Herbstmilch“, ergänzt.

22:55 Uhr, ARD: „Leben nach Butscha – Trauma und Hoffnung“

Leben nach Butscha WDR BildDie Kleinstädte Borodjanka, Butscha und Irpin sind die Orte, die die russische Armee im Zuge ihres Eroberungsfeldzugs in Richtung Kiew über mehrere Wochen hinweg besetzt hat. Panzer und Scharfschützen schossen in den Gärten zwischen den Wohnhäusern. Die Heimat von hunderttausenden Menschen wurde von Flugzeugen und Raketen bombardiert. Nach einem Monat schwerster Kämpfe konnte die russische Armee zurückgeschlagen werden. Kiew, die Hauptstadt der Ukraine, schien vorerst gerettet. Doch beim Abzug der russischen Truppen wurde der brutale Preis sichtbar, den Russland die Ukraine dafür zahlen ließ: vor den Ruinen einer völlig zerstörten Stadt säumten Leichen Dutzender getöteter Zivilist:innen die Straßenränder von Butscha.

 0:40 Uhr, Arte: „Anbessa“

Anbessa Film TitelbildDie fantasievolle dokumentarische Beobachtung von Mo Scarpelli zeigt das Leben des zehnjährigen Jungen Asalif und seiner Mutter. Sie führen ein von der Natur und Gemeinschaft geprägtes Leben und trotzen so den in Äthiopien allerorts erbauten modernen Wohnsiedlungen. Viele dort ansässige Bauern mussten ihr Land für die Neubauten hergeben. Asalif kontert den Einschnitten in sein gewohntes Leben und der Bedrohung einer vor der Siedlung umherstreifenden Hyäne, indem er sich selbst als Held erfindet: Anbessa, Löwe.

12.07.

20:15 Uhr, Arte: „Bin Laden – Das Gesicht des Terrors“

Die zweiteilige Doku lässt Augenzeugen zu Wort kommen, die Bin Laden in verschiedenen Lebenslagen, beispielsweise als Kind, Student, Spendensammler und Kämpfer in Afghanistan sowie als Anführer von Al-Qaida und als treibende Kraft hinter dem 11. September kannten. Mit ihren Aussagen werfen sie neues Licht auf sein Leben.
Die erste Folge zeichnet den Werdegang Osama Bin Ladens vom Milliardärssohn zum Kopf islamistischen Terrors. Er wächst in einer wohlhabenden Familie auf, liebt Fußball und Western und meidet Prügeleien auf dem Schulhof. Nach dem Einmarsch der sowjetischen Armee in Afghanistan im Jahr 1980 geht er wie viele arabische Männer in den Widerstand, mit dem Ziel, das Land von den Besatzern zu befreien. Hinter der afghanischen Grenze, im pakistanischen Peschawar, richtet er ein „Service Bureau“ ein und macht Gebrauch von seinen Verbindungen, um Geld für den Kampf zu organisieren.

Folge 2 läuft direkt im Anschluss um 21:15 Uhr.

Vorab verfügbar in der Arte Mediathek bis zum 07.01.2023.

21:00 Uhr, hr: „Macht nachhaltige Mode glücklich? – Die Stilberaterin“

Stilberaterin Nachhaltige ModeAls Stilberaterin für nachhaltige Mode möchte Beatriz Monteiro de Britto anderen Menschen nahebringen, dass „Fast Fashion“ keine Option ist und es faire, umweltbewusste Alternativen gibt, mit denen man den persönlichen, individuellen Stil finden kann. Ihr geht es um einen bewussten Konsum, ohne dabei den Spaß an Mode zu verlieren. Den Gegensatz zu „Fast Fashion“ bildet die sogenannte „Slow Fashion“. Vintage-Läden und Upcycling bieten auch viele Möglichkeiten. Der Film von Juliane Hipp fragt unter anderem danach, ob „Slow Fashion“ eine bezahlbare Alternative ist und wie genau Upcycling eigentlich funktioniert.

Verfügbar in der ARD Mediathek bis zum 12.07.2023.

22:10 Uhr, ZDF: „Nesthocker. Wenn Kinder nicht ausziehen“

Nesthocker Titelbild, Jugendliche zuhauseIn Deutschland wohnen knapp ein Drittel aller 25-Jährigen noch zuhause. Für viele ist der Alltag unter einem Dach mit den Eltern bequem, doch oft auch voller Konflikte. Früher ging es Jugendlichen nicht schnell genug auszuziehen. Die Gründe dafür könnten sein, dass sich Eltern und Kinder besser verstehen und Mieten teurer geworden sind. Auch die Pandemie hat das „Nesthocken“ zusätzlich verstärkt. Die 37° Doku begleitet drei junge Erwachsene, die noch immer nicht aus dem „Hotel Mama“ ausgecheckt haben.

23:35 Uhr, Arte: „Simbabwes Demokraten – Ein Wahlkrimi“

1980 erlangt Simbabwe seine Unabhängigkeit. Ex-Freiheitskämpfer Robert Mugabe wird erster Staatspräsident. 37 Jahre halten er und seine Partei ZANU PF das Land fest in der Hand. Alle fünf Jahre finden Wahlen statt, die von Manipulation und Gewalt gegen politische Gegner:innen geprägt sind. Simbabwes Bevölkerung sehnt sich nach einer Veränderung. Nelson Chamisa, Parteivorsitzender von Simbabwes größter Oppositionspartei MDC Alliance, wird zum Hoffnungsträger bei den ersten demokratischen Wahlen. Der Film spürt der Frage nach, ob Chamisa als demokratischer Kandidat eine Chance gegen den Amtsinhaber hat, der den Staatsapparat kontrolliert. Doch das System ist gesäumt von Korruption und Wahlbetrug. Camilla Nielssons filmische Perspektive bietet einen frappierenden Einblick in die Mechanismen einer Scheindemokratie.

13.07.

21:55 Uhr, Arte: „Letzte Worte – Das Recht auf den selbst bestimmten Tod“

Dr. Damas‘ Patient:innen sind sterbenskrank und stehen am Ende ihres Lebens. Sie kommen mit ärztlicher Überweisung und in Begleitung von Angehörigen oder Nachbar:innen in die Sprechstunde. Sie wollen sich eine zweite ärztliche Meinung einholen. Auch wenn klar ist, dass sie bald sterben werden, verspüren sie das Bedürfnis, sich von einem Experten über den klinischen Krankheitsverlauf aufklären zu lassen, damit sie sich auf das Bevorstehende einstellen können.

Verfügbar in der Arte Mediathek bis zum 10.09.2022.

22:50 Uhr, Arte: „Il Posto – Italiens Pflegekräfte auf Jobsuche“

Italien Pflegekräfte Trotz einer instabilen Arbeitsmarktsituation in Italien herrscht ein Traumbild vor, das einer anderen Epoche zugehörig scheint: der Wunsch einen sicheren Arbeitsplatz zu finden. Menschen aus verschiedenen sozialen Schichten, die durch unsichere Beschäftigungsverhältnisse arm geworden sind, träumen von einem sicheren Arbeitsplatz. Das betrifft vor allem die Berufsgruppe der Krankenpfleger:innen. Seit Beginn der Corona-Pandemie, die einen landesweiten Gesundheitsnotstand nach sich zieht, sind Italiens Pflegekräfte und die prekären Arbeitsbedingungen jäh ins Rampenlicht gerückt.

Verfügbar in der Arte Mediathek bis zum 19.09.2022.

14.07.

21:45 Uhr, 3Sat: „Sylt. Deutschlands edles Nordlicht“

Die Insel Sylt ist geprägt von Gegensätzen: Luxus und Ursprünglichkeit, Glamour und natürliche Idylle stehen sich hier gegenüber. Ein bildgewaltiger Blick auf einen Ort voller Magie. Doch die Insel leidet unter ihrer Attraktivität, denn mehr als 750.000 Besucher:innen kamen vor der Pandemie zum Urlaubmachen, sehr zum Leidwesen der Inselbewohner:innen. Der Film richtet seinen Blick auf die Parallelwelt im hohen Norden.

Verfügbar in der ZDF Mediathek bis zum 02.04.2031.

15.07.

22:00 Uhr, Arte: „Tommy Lee und Pamela: Liebe, Sex und ein Videotape“

Mit ihrer turbulenten Beziehung haben Playmate Pamela Anderson und Rock ‘n’ Roll Bad Boy Tommy Lee immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Die Popikone und der Rockstar gelten als eines der symbolträchtigsten Paare der 90er Jahre. Der Film dokumentiert die Achterbahnfahrt der Beziehung und berichtet zugleich über den damaligen popkulturellen Zeitgeist.

0:55 Uhr, Arte: „Penissimo“

Der Penis hat seit jeher eine prominente Stellung und sich als zentrales Machtsymbol bis heute erhalten. Außerdem gilt er als Lebensquelle und Symbol einer Verbindung zum Göttlichen. Die Dokumentation fragt, warum das so ist und welchen Beitrag eine neue Männlichkeit fernab des „Konzepts Penis“ für eine gleichberechtigte Gesellschaft leisten kann.

Verfügbar in der Arte Mediathek bis zum 28.09.2022.

16.07.

05:50 Uhr, Spiegel „Geschichte Das Stockholm-Syndrom“

Im Zeitraum vom 23. bis 28. August 1973 wurden in einer Bank in Stockholm mehrere Geiseln gehalten. Danach verbündeten sich die Opfer mit den Tätern. Sie verweigern die Aussage gegen ihre Peiniger und sammeln Geld für deren Verteidigung. Zum ersten Mal wird das Stockholm-Syndrom beobachtet. Der Film veranschaulicht, wie Gefühle der Angst sich zu Sympathie und Verständnis wandeln.

17.07.

6:00 Uhr, ZDFinfo: „Zeitreise durch die Merkel-Jahre Sommermärchen, Finanzkrise und Atomkraft-Aus“

80308 0 1 c ZDF picture alliance dpa Federico Gambarini webNach 16 Jahren geht die Ära Merkel zu Ende. Die Dokumentation blickt auf Ereignisse, die Deutschland geprägt haben, wie das Sommermärchen, die Flüchtlingskrise und den Kampf gegen die Corona-Pandemie. Viele jüngere deutsche Mitbürger:innen kennen als Kanzlerin nur Angela Merkel. Die Dokumentation fragt danach, was bleibt und schildert die Entwicklungen und Veränderungen während der Merkel-Ära.

Folge 2 „’Wir schaffen das’, Klimakampf und Pandemie” im Anschluss um 6:45 Uhr.

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