Frau läuft auf Plastikmüllberg

TV-Special: Der Mensch und seine Umwelt

20:15 Uhr, Arte: „Die Gier nach Meer – Wie der Mensch die Ozeane ausbeutet”

Manganknollen
Manganknollen enthalten alles für den Bau einer Batterie.

Eine Tiefsee-Expedition im pazifischen Ozean geht der Frage auf den Grund, welche Folgen die Ausbeutung des Meeresgrunds durch den Menschen hat. An Land werden Rohstoffe schon seit Jahrtausenden abgebaut, die negativen Folgen für Mensch und Natur sind bekannt. Arte-Reporter Michael Stocks und sein Kameramann waren über mehrere Wochen hinweg an Bord der „Island Pride“. Auf dem Schiff begleiten Wissenschaftler:innen den Einsatz einer gewaltigen Maschine, die vor allem die begehrten Rohstoffe Mangan, Nickel, Kobalt und Kupfer auf dem Meeresgrund aberntet. Diese Ressourcen sind im Laufe von Jahrmillionen zu sogenannten Manganknollen, die auch „Batterien in Steinform“ genannt werden, gewachsen. Sie gelten als potentielle Quelle für Metalle, die beispielsweise bei der Produktion von Elektroautos oder Windkraftanlagen eingesetzt werden.
Der Dokumentarfilm zeigt den Zwiespalt unter den Forscher:innen, ob die Ernte solcher Tiefsee-Ressourcen überhaupt erlaubt sein sollte.

Schiff zum Manganknollenabbau

21:55 Uhr, Arte: „Coca-Cola und das Plastikproblem – Ein Konzern in der Kritik”

Plastikflasche im WasserRund 25% der Meeresverschmutzung gehen mittlerweile auf Plastikflaschen zurück. Der größte Getränkehersteller Coca-Cola hat sich ambitionierte Ziele gesetzt, um zu vermeiden, dass seine verwendeten Verpackungen zur Umweltverschmutzung beitragen. Bekannt ist jedoch auch, dass der Konzern seine eigenen Ziele zur Verringerung des Plastikmülls schon oft verfehlt hat. Der Film wirft einen genaueren Blick auf die neue Unternehmens-Strategie “Eine Welt ohne Müll”. Coca-Cola will seine Verpackungen zu 100% recycelbar machen. Das bedeutet bis zum Jahr 2030 für jede verkaufte Flasche oder Dose, eine zu sammeln und zu recyceln – unabhängig davon, woher sie kommt – und diese Flaschen zu 50% aus recyceltem Plastik zu produzieren. Kritiker:innen argumentieren jedoch, dass der ausschließlich auf Recycling basierende Plan das eigentliche Problem nicht lösen wird. Der Film fragt außerdem danach, wie ernst es dem Konzernriesen Coca-Cola ist, das Plastikmüllproblem einzudämmen.

Verfügbar in der Arte Mediathek bis zum 23.10.2022.

22:50 Uhr, Arte: „Krank durch Plastik?” 

Die Dokumentation will den Zusammenhang zwischen einer steigenden Anzahl an Krankheiten und Chemikalien, die für die Herstellung von Plastik verwendet werden, untersuchen. In den letzten Jahren hat sich Plastik immer mehr in unsere Leben und Umwelt gedrängt. Beunruhigend ist, dass sich eine unerklärliche Zunahme einer Reihe von Krankheiten abzeichnet: Heute erkrankt eine von acht Frauen an Brustkrebs, während früher nur eine von zwanzig Frauen erkrankte. Ein weiterer Punkt ist, dass sich die Spermienqualität von Männern in 50 Jahren halbiert hat, viele Paare bleiben ungewollt kinderlos. Auch die Zahl der an einer Aufmerksamkeitsstörung leidenden Kinder und Erwachsenen hat massiv zugenommen. Forscher:innen wissen, dass die Hormonfunktionen durch Chemikalien beeinträchtigt werden können. Dies ist vor allem im Fötusstadium gefährlich, da sich die Chemikalien, die in Kunststoffen enthalten sind, auf das ungeborene Kind auswirken können. Dies kann im Verlauf des Lebens zu gesundheitlichen Störungen führen.

Verfügbar in der Arte Mediathek bis zum 23.10.2022.

Plastik auf dem Tisch

image_pdfAls PDF speichernimage_printDrucken
Facebook
Twitter

Dies könnte Sie auch interessieren:

Umwelt im Dokumentarfilm: ein Dossier der bpb
Weltweit kämpfen junge Menschen für den Klimaschutz. Viele Dokumentarfilme unterstützen diesen Einsatz, indem sie über Umweltthemen berichten. Ein Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) liefert dazu das passende Hintergrundwissen.
Crowdfunding-Projekt will Surfen und Umwelt-Doku kombinieren

Während der im Januar 2018 stattfindenden ISA Longboard Weltmeisterschaften in China wollen die teilnehmenden SportlerInnen aus Deutschland einen dokumentarischen Kurzfilm drehen. Dieser Film soll Aufmerksamkeit für die Belastung der Meere durch Plastikmüll schaffen. Unter dem Titel »athletes against plastic« haben sie ein Crowdfunding-Projekt gestartet.

»Marx und seine Erben«

Eines der meist nicht gelesenen Bücher ist zweifelsohne »Das Kapital« von Karl Marx, gefolgt von seinem »Kommunistischen Manifest«. Kann sich das, 200 Jahre nach der Geburt des Philosophen und nach einem Jahrhundert Propaganda um den Vordenker des Kommunismus noch einmal ändern? Filmemacher Peter Dörfler versucht in »Marx und seine Erben« die Wirkungsgeschichte des Popstar-Philosophen am heutigen Bekanntheitsgrad zu messen. Bis 30. Mai 2018 in der ARD-Mediathek abrufbar.

Deutscher Filmpreis für „Herr Bachmann und seine Klasse“
Am vergangenen Freitag (1.10.21) wurde die LOLA, der Deutsche Filmpreis, vergeben. Als bester Dokumentarfilm wurde „Herr Bachmann und seine Klasse“ ausgezeichnet, auch der Preis für die beste Tongestaltung ging an einen Dokumentarfilm.