Filmstill aus "Family Romance, LLC": Bild eines japanischen Paares, die gemeinsam von einem Geländer aus in die Ferne blicken (© Lena Herzog)

Filmgespräch & Screening von „Family Romance, LLC“ auf MUBI

Beim kuratierten Streaming-Dienst MUBI ist ab Freitag, 3. Juli 2020, 24 Stunden lang die kostenlose Online-Preview von Werner Herzogs neuer Doku-Fiction „Familiy Romance, LLC“ zu sehen. Zusätzlich gibt es ein ausführliches Regiegespräch mit dem bekannten Filmemacher.

Family Romance, LLC – ein Spielfilm mit dokumentarischem Einfluss

Filmposter zum Film Family Romance, LLC (© Lena Herzog)

Die neue Doku-Fiction von Werner Herzog thematisiert ein sehr außergewöhnliches Konzept: Die Firma „Family Romance“ in Japan, gegründet und geführt von Yuichi Ishii, vermietet Personen für verschiedene Anlässe. Ob für eine Familienfeier, als Ersatzvater oder als Ehemann. Die Vermietung bringt vor allem eines: Die Menschen, die sie nutzen, sind nicht allein. Für den Film spielt Ishii, CEO von „Family Romance“, höchstpersönlich die Rolle des Ersatzvaters für die zwölfjährige Mahiro, deren Vater seit zehn Jahren verschwunden ist. Und das macht die eigentlich fiktionale Erzählung zu etwas Besonderem. Die Kamera begleitet die beiden in ihrem „normalen“ Alltag, ohne einem festgelegten Ablauf zu folgen – authentisch, lebensecht und doch inszeniert. Werner Herzog spielt hier mit verschiedenen Genres, pendelt zwischen Fiktion und Wahrheit.

Doku-Fiction kostenlos auf MUBI

Auf MUBI ist die neue Doku-Fiction nun am Freitag, den 3. Juli 2020, für 24 Stunden kostenlos abrufbar. In einem zusätzlichen Gespräch erfährt man zudem mehr über die Intentionen des Filmemachers und seine Erfahrungen während des Drehs. Interessant ist beispielsweise, dass intelligente Übersetzungsprogramme bei der Verständigung zwischen Herzog und den „Schauspielenden“ geholfen haben. MUBI hat sich als kuratierter Streaming-Dienst zum Ziel gesetzt qualitativ hochwertige (Arthouse-)Filme in seinen Portalen zur Verfügung zu stellen. Täglich wird ein Film von den zuständigen Kurator*innen für die Mitglieder des Portals ausgewählt.

Werner Herzog – ein Leben lang Filmemacher

Bei den Dreharbeiten: Japanischer Mann mit Igel in der Hand neben einer japanischen Frau in einem Raum mit vielen Dekoelementen. Sie werden gefilmt. (© Lena Herzog)
Der Film „Family Romance, LLC“ ist im Juli für 24 Stunden auf dem Streamingdienst MUBI verfügbar (© Lena Herzog)

Mit seinem neuen Werk hat Herzog noch einen weiteren Film für seine ohnehin schon lange Filmografie abgeliefert. Sein filmisches Schaffen lässt sich dabei nur schwer kategorisieren. In seinen mehr als 60 Produktionen bewegt er sich zwischen Fiktion und Dokumentation.

Dem Genre Dokumentarfilm widmete er sich allerdings erst seit den 1990er Jahren. Mit „Little Dieter Needs to Fly“ (1997), „Rad der Zeit“ (2003) oder „Grizzly Man“ (2005) fand er besonders in Amerika hohen Zuspruch. Sein neuester Dokumentarfilm „Meeting Gorbachev“ (2018) ist das Portrait des russischen Staatschefs Michail Gorbatschow. Weitere neuere dokumentarische Produktionen sind „Into the Inferno“ (2016) oder „The Look of Silence“ (2014). Das Werk Herzogs’ zieren viele Ehrenpreise, wie die ihm 2019 verliehene „Auszeichnung für das Lebenswerk“ beim Europäischen Filmpreis.

„Familiy Romance, LLC“ auf Filmfestivals 2019

Seit seiner Premiere bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes 2019 als Sonderaufführung, lief der Film auf mehreren internationalen Filmfestivals. Unter anderem war„Family Romance, LLC“ 2019 bei dem Telluride Film Festival und dem Busan International Film Festival zu sehen. Auch bei den Hofer Filmtagen 2019 und dem BFI London Film Festival lief er auf den Leinwänden.

Der Film sowie das Regie-Gespräch mit Werner Herzog sind ab 3. Juli 2020 auf der Internetseite des kuratierten Streaming-Portals abrufbar.

Bild eines Mannes und einer Frau an einem Ufer
Szene aus dem Film “Family, Romance, LLC” (© Lena Herzog)
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Annika Weißhaar
Annika Weißhaar unterstützte bis Ende 2021 das Haus des Dokumentarfilms als Werkstudentin in der Online-Redaktion. Sie studierte Empirische Kulturwissenschaft im Master an der Universität Tübingen.
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