Szene aus "Heimatflimmern: Die Rückkehr der Autokinos" im WDR: Autokino von oben (© WDR/field recordings filmprodukt)

Revival der Autokinos: auch im Dokumentarfilm

Im WDR-Fernsehen ist am Freitag, den 10. Juli 2020, um 20:15 Uhr die Dokumentation „Heimatflimmern: Die Rückkehr der Autokinos“ zu sehen. Mit Corona feiert der einstige Kult sein Comeback. Auch das HDF präsentiert ausgewählte Dokus auf dem Kulturwasen Stuttgart.

Autokinos – Ein Hauch von damals

Der Dokumentarfilm von Oliver Schwabe nimmt die fast schon ausgestorbenen Autokinos in den Blick. In einem Streifzug durch Deutschland zeigen Luftaufnahmen, Zeitraffersequenzen und unterschiedliches Bildmaterial, wie die Autokinos mit Corona ihre „Rückkehr“ erleben. Nicht nur die neu aufstrebenden Schauplätze, sondern auch die alt eingesessenen Freiluftkinos, wie in Köln und Essen, finden ihren Platz.

Filmstill aus „Heimatflimmern: Die Rückkehr der Autokinos“: Zwei Männer lehnen an einer Motorhaube (© WDR/field recordings filmprodukt)
Motorisierung und Auto als Statussymbol (© WDR/field recordings filmprodukt)

Inspiriert von den USA kamen die ersten Autokinos in den 60er Jahren nach Deutschland. Begonnen hat alles in Frankfurt, 1967 und 1968 kamen Köln-Porz und Essen hinzu. Viele Ältere erinnern sich bestimmt gerne zurück an die Zeit, in der die Motorisierung der Mittelschicht ihren Aufschwung erlebte und das eigene Auto mehr und mehr zum Prestige-Objekt wurde. Das Erlebnis, mit dem Auto vor die große Leinwand zu fahren und Lautsprecherboxen an das Auto zu hängen, kam zur passenden Zeit. Heute sorgen UKW-Frequenz und leistungsstarke LED-Leinwände für erlebnisreiche Stunden.

Corona als Inspiration für die Autokino-Doku

Die neue Autokino-Doku von Oliver Schwabe ist vor allem durch die Corona-Zeit entstanden. Er war diese Woche mit unserer Online-Redakteurin Elisa Reznicek im Gespräch und hat uns darin von seinem letzten Projekt erzählt: “Und als die Corona-Zeit kam, habe ich natürlich auch Zuhause gesessen, mit Frau und Kind und wir dachten uns: Was machen wir denn jetzt? Und dann habe ich eigentlich eben nicht die Bücher gelesen, die andere lesen konnten, weil sie Zeit haben, sondern ich hab’ Konzepte geschrieben. Unter anderem eben auch eins zu den Autokinos, die gerade auch aus den Parkplätzböden sprießen.”

Das Haus des Dokumentarfilms kooperiert mit dem Kulturwasen

Auch das Haus des Dokumentarfilms hat als Partner mit dem Arthaus-Kino in Stuttgart auf dem Kulturwasen in Stuttgart einige Dokumentarfilme präsentiert. Zu sehen waren unter anderem Musikdokus wie „Rammstein Paris“ oder „Weil du nur einmal lebst – die Toten Hosen auf Tour“. „Free Solo“ und „Wildes Herz“ sorgten ebenfalls für spannende Unterhaltung. Einige unserer Kollegen haben hierbei Impressionen eingefangen.

Einen detaillierten Überblick über alle Filme bietet auch unser Artikel “Haus des Dokumentarfilms ist Partner beim Kulturwasen Stuttgart”.

„Besser Welt als nie“ als beliebteste Dokumentation

Rund 450 Zuschauer*innen kamen für den Reisefilm „Besser Welt als nie“ auf den Stuttgarter Kulturwasen. Besonders hierbei war der Besuch des Regisseurs Dennis Kailing, der mit seinem Fahrrad einen symbolischen Gegenstand des Films auf der Bühne präsentierte und später noch eine halbe Stunde für Signaturen und Fotos zur Verfügung stand.

Weitere (dokumentarische) Programmpunke auf dem Kulturwasen 2020

15. Juli 2020 | “Surffilmnacht”

13. August 2020 | “European Outdoor Film Tour”

16. August 2020 | “Weit. Die Geschichte einer Reise um die Welt” | im Gespräch mit Patrick Allgeier und in Kooperation mit dem Haus des Dokumentarfilms.

20. August 2020 | “Ocean Film Tour”

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Annika Weißhaar
Annika Weißhaar unterstützte bis Ende 2021 das Haus des Dokumentarfilms als Werkstudentin in der Online-Redaktion. Sie studierte Empirische Kulturwissenschaft im Master an der Universität Tübingen.
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