Blick auf einen Fluss von oben

»Deutschland von oben«

Die von der ZDF-Redaktion Terra X und der Produktionsfirma Colourfield erfundene Dokumentations-Serie »Deutschland von oben« hat – das darf man wortwörtlich nehmen – unseren Blick verändert. Heute gehören die Bilder aus der Luft auf die Welt da unten zu jeder Naturdoku. Und zugleich scheinen die Filme »von oben« auserzählt. Doch auch wenn die Vogelperspektive inzwischen ein bisschen überstrapaziert wird, haben die Bilder noch eine ganz besondere Magie. In der ZDF-Mediathek sind noch einige der Folgen der langlebigen Serie als Videostream online abrufbar. Auch wenn die Geschichten aus der Vogelperspektive auserzählt scheinen, haben sie doch einen noch immer besonderen Reiz.


» Deutschland von oben« (ZDF-Mediathek)

(Video laut Sender abrufbar bis Mai 2021)

Es sind nicht nur schöne Bilder, die in »Deutschland von oben« sehen sind, es sind vor allem atemberaubende. »Suspense« auf der großen Leinwand – das war einmal die Spannung und der Kitzel, den ein Alfred Hitchcock vermitteln konnte. Doch in den letzten Jahren haben Dokumentarfilme wie »Unsere Erde« oder »Unsere Ozeane« bewiesen, dass Naturaufnahmen in HD-Optik ebenfalls Spannung erzeugen und Begeisterung hervorrufen können. Und solche Filme finden ein Publikum, das man in Millionen zählt. Oder muss man sagen: fand ein Publikum. Denn irgendwie scheinen die “von oben”-Filme auserzählt. Die großen Geschichten – ganz Deutschland, der Rhein von der Quelle bis zum Meer – scheinen im wahrsten Sinne des Wortes abgeflogen zu sein.

Es war ein Verdienst der Mainzer Terra-X-Redaktion unter Alexander Hesse, dass sie dieses Thema vor einigen Jahren sah und auf eine noch spannendere Formel transferierte: dem Zuschauer einen Blick zu gewähren, den er allenfalls dann hat, wenn er im Flugzeug aus seinem kleinen Fensterchen schaut. Doch da sieht er meistens nur Wolken, nicht aber jene Aufnahmen, die in niedriger Flughöhe und mit einem viel langsameren Fluggerät wie einem Helikopter gewonnen werden sollen. Nicht Natur alleine war also die Terra-X-Idee, sondern Natur von oben. Oder besser gesagt: wenn schon nicht die ganze Welt, dann wenigstens Deutschland von oben.

Diese Idee führte 2010 und 2011 zu zwei Staffeln mit insgesamt sechs Folgen. Später kamen weitere Folgen und sogar ein Kinofilm dazu. Ein Erfolgsformat für den Mainzer Sender. Und schon 2010 sagten Alexander Hesse und Freddie Röckenhaus bei einer Tagung des Hauses des Dokumentarfilms: »Diese Bilder müssen auf die große Leinwand.« Mit Freddie Röckenhaus und Petra Höfer aus der kleinen Dortmunder Produktionsfirma Colourfield fand das ZDF ein begeistertes Team. Colourfield setzte von Anfang an stets auf neueste Aufnahmetechnik. Die überraschenden und oft auch poetischen Aufnahmen aus der Luft hat der neuseeländische Kameramann Peter Thompson eingefangen. Er nutzte dazu speziell gedämpfte und mehrfach gegen Erschütterungen gelagerte Kameras, die an der Seite des Hubschraubers befestigt werden. Der Kameramann sitzt im Innern und steuert über einen Bildschirm und einen Joystick seine Aufnahmeoptik.

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