Bild zweier Personen in Laborkitteln

Neu im Kino: Das System Milch

»Den Hunger der Welt werden wir nie bezwingen, wenn wir Soja und Maus in Futtertröge kippen.« Das ist nur einer Erkenntnis aus dem Dokumentarfilm »Das System Milch« von Andreas Pichler (u.a. »Das Venedig-Prinzip«). Der Filmemacher untersucht auf vielfältige Weise, was die intensive (und extensive) Herstellung von Kuhmilch wirklich bedeutet. Ein Film, der ökonomisch und ökologische Prozesse veranschaulicht – und das bei einem Produkt, das zu den wichtigsten weltweit gehört; und das deshalb auch zu einem der umkämpftesten gehört.

Kinostart: 21. September 2017

Milch von glücklichen Kühen hat ein hervorragendes Image. Auf den Milchtüten wird ein romantisches Bild von den Kühen in den Bergen verkauft. Doch diese Idylle ist die Ausnahme und erzählt nicht die Wirklichkeit. Milch ist heute ein wichtiger Rohstoff und zum großen Geschäft mit Milliardenumsätzen geworden. In Europa werden jedes Jahr 200 Millionen Tonnen Milch und Milchpulver produziert. Allein in Deutschland wurden 2016 insgesamt 32,7 Mio. Tonnen Milch produziert und rund die Hälfte davon exportiert. Doch die Bauern müssen um einen fairen Preis für ihr Produkt kämpfen, den sie trotz einer leichten Steigerung bis heute nicht erhalten. Viele Höfe sind gefährdet oder sind gezwungen zu expandieren, um ihre Existenz zu sichern. Die globale Milchindustrie ist umso mächtiger und global vernetzt.

Mit seinem Film »Das System Milch« blickt Regisseur Andreas Pichler (»Das Venedig Prinzip«) hinter die Kulissen der industriellen Produktion, zeigt viele Facetten und fragt nach Alternativen. Er zeigt eindringlich die Konsequenzen für Menschen, Tiere und Umwelt. Der Film macht klar, welche Verantwortung Politik und Verbraucher in einer globalisierten Welt tragen. Von daher ist »Das System Milch« eine cineastische Reise über mehrere Kontinente (Europa, Amerika, Afrika und Asien), die mit Vorurteilen aufräumt und Lösungen aufzeigt.
Nachhaltigkeit und Rücksicht auf lokale Produktionsweisen spielen dabei keine Rolle. Milch steht sinnbildlich für unser globales Streben nach Wachstum und den Wahnsinn industrieller Lebensmittelproduktion. „Das System Milch“ beleuchtet in großen Bildern (Jakob Stark, Martin Rattini), auf wessen Kosten riesige Mengen Milch produziert werden und ob das mit hohen Milliardenbeträgen subventionierte System überhaupt zu halten ist.

Der Dokumenarfilm ist eine Produktion der Stuttgarter Eikon Filmproduktion (Christian Drewing) und der Südtiroler Miramonte Film (Valerio B. Moser) als Koproduktion mit rbb und in Zusammenarbeit mit Arte.

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Kay Hoffmann
Dr. Kay Hoffmann ist Studienleiter Wissenschaft im HDF und Gesamtkoordinator des DFG-Projekts „Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland 1945-2005“. Zusätzlich ist er seit langem Kurator der erfolgreichen DOK Premieren in Ludwigsburg.
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»Den Hunger der Welt werden wir nie bezwingen, wenn wir Soja und Maus in Futtertröge kippen.« Das ist nur einer Erkenntnis aus dem Dokumentarfilm »Das System Milch« von Andreas Pichler (u.a. »Das Venedig-Prinzip«). Der Filmemacher untersucht auf vielfältige Weise, was die intensive (und extensive) Herstellung von Kuhmilch wirklich bedeutet. Ein Film, der ökonomisch und ökologische Prozesse veranschaulicht – und das bei einem Produkt, das zu den wichtigsten weltweit gehört; und das deshalb auch zu einem der umkämpftesten gehört. Arte zeigt ihn bis 19. Februar 2018 in seiner Mediathek.

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