Bild mehrerer Kinder

»Krieg und Spiele«

Karin Jurschick betrachtet das Thema Drohnen in ihrem Dokumentarfilm »Krieg und Spiele« aus vielen Perspektiven und sammelt viele Protagonisten zu einem wichtigen Diskurs über die Möglichkeiten der Luftüberwachung. 3sat zeigte den Film am 16.10.2017 in Erstausstrahlung und nun in der Mediathek des Senders. Wo endet das Videospiel, wo beginnt tödlicher Ernst? Bis wohin beschützen Drohnen unser Leben, ab wann werden sie zu Druckmitteln? Und wer entscheidet, was die Bilder zeigen – ob sie Krieg oder Spiele bringen?

Ihre Erfindung, sagen die drei älteren, freundlichen Herren in Israel, habe Leben gerettet. Und zwar nicht nur jüdisches. Die drei sind die Inhaber des Weltmarktführers von fliegenden Kleinstflugkörpern ohne menschliche Besatzung. Besser bekannt als: Drohnen. Wenn man den drei Firmenchefs zuhört, dann fühlt man sich wie in einem Club von älteren Herren, die auf ihre Jugend-forscht-Zeit zurückblicken. Ihre Flugkörper wirken wie Modellbauobjekte von ein paar jungen Bastlern.


Krieg und Spiele (3sat-Mediathek)

(Videos laut Sender zeitlich befristet abrufbar)

Die Filmemacherin Karin Jurschick bietet in ihrem Dokumentarfilm »Krieg und Spiele« viele Einblicke in eine Welt, die totale Kontrolle aus der Luft verspricht. Oder auch einfach nur Spiele für die Jungs im Manne. Zum Beispiel ein Mann für Dietrich Oepke, ehemals Modellflugmeister der DDR, der seine selbtskonstruierten Flugobjekte stolz der Filmerin im Garten hinterm Haus zeigt. Seine Spiele sind nur in gewissen Maßen gefährlich. Die Luftbilder aus dem Dorf will er nicht lange in die Kamera halten. Es könnten auf den Fotos ja nackige Nachbarn liegen, die in der Sonne liegen.

Auch Dave Anthony, Entwickler des Computerspiels »Call of Duty«, sieht die Sache eher spielerisch. Die Menschen, die seine Kunden ins Fadenkreuz nehmen, bestehen ja nur auch Bits und Bytes. Ganz anders als jene »targets«, die ein israelischer Soldat zeigt. Über Wochen observierte seine Einheit aus der Luft Terroristen. Die Drohnenbilder dokumentierten auch den Zugriff der Soldaten. Als sich der Gesuchte unter Bewohner eines Hauses mischt und so zu entkommen versucht, bittet der Drohnenpilot, dass alle Verdächtige zum Kameraauge in die Luft blicken sollen. Die Hightech-Linse kann schließlich den Gesuchten identifizieren. Eine Szene, die jedem Hollywood-Actionfilm gut stehen könnte.

Karin Jurschick hat sich dem Thema auf vielfältige Weise genähert – ein dokumentarischer Blick auf ein Thema, das sich auch in 90 Minuten nicht abschließend bewerten lässt. Aber ein wichtiger Film zur Überwachungstechnik von – nein, nicht morgen -, heute.

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