Bild von mehreren Überwachungskamera-Bildschirmen

Neu im Kino: »Pre-Crime«

Schon seit Mitte Oktober ist der Dokumentarfilm »Pre-Crime« von Monika Hielscher und Matthias Heeder in den Kinos zu sehen. Der Film stellt die Frage, wie viel Freiheit wir aufzugeben bereit sind – für das Versprechen absoluter Sicherheit. Am 13. Dezember wird der Film nun auch in der Reihe »DOK Premiere« im Ludwigsburger Kino Caligari gezeigt – mit anschließendem Filmgespräch zwischen Regisseur Matthias Heeder und Filmexperte Kay Hoffmann.

Kinostart: 12. Oktober 2017

Viele fühlen sich in unserer Gesellschaft nicht mehr sicher, sind verunsichert. Kann eine Software helfen, die voraussagt, wo und wann ein Verbrechen geschieht? Was nach einem Science-Fiction-Szenario klingt, ist in einigen Städten schon längst Realität. Big Data dient dabei als Quelle für die Informationen. Ob wir gefährlich sind oder nicht wird schon heute von Polizeicomputern entschieden. Die Fiktion von »Minority Report« ist zur Wirklichkeit geworden. »Predice Policing« nennt sich die Methode.

Der Film reist um die Welt und stellt Menschen vor, die täglich mit dieser Technik arbeiten und sie weiter entwickeln, weiter verfeinern. Computer sammeln Daten im großen Maßstab aus vielfältigen Quellen, werten Aufnahmen von Überwachungskameras aus und berechnen auf Grundlage die Wahrscheinlichkeit von kriminellen Handlungen. Wie wichtig inzwischen die Auswertung von Handy-Daten ist, zeigen uns jeden Abend die neuen Folgen von TV-Krimis. Oft hilft die Auswertung der Telefondaten bei der Aufklärung von Verbrechen. »Pre-Crime“ interviewt aber ebenso Menschen, die dadurch zu Opfern wurden. Wenn man einmal als auffällig im System gespeichert ist, ist es schwierig bis unmöglich dort wieder heraus zu kommen.

»Pre-Crime« gewährt umfassende Einblicke in das faszinierende neue Feld der Verbrechensbekämpfung. Dass auf der anderen Seite trotzdem immer wieder Pannen passieren, haben die letzten Jahre ebenso gezeigt und es entwickelt sich ein System, dass in perfider Weise an Big Brother erinnert. Wurde dies früher als Problem und Eingriff in die Privatheit gesehen, gehört ein solches Ausspionieren heute längst zum Alltag.

Die beiden Regisseure Monika Hielscher und Matthias Heeder stellen einige der wichtigsten Fragen überhaupt: Wie viel Freiheit sind wir bereit aufzugeben – für das Versprechen absoluter Sicherheit? Und können wir uns auf das Urteil von Computern und Algorithmen wirklich verlassen? Die Zukunft hat uns längst eingeholt.

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Kay Hoffmann
Dr. Kay Hoffmann ist Studienleiter Wissenschaft im HDF und Gesamtkoordinator des DFG-Projekts „Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland 1945-2005“. Zusätzlich ist er seit langem Kurator der erfolgreichen DOK Premieren in Ludwigsburg.
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