Leerer Kinosaal mit Blick auf die Leinwand. Schriftzug "Tipps für das Homekino"

Tipps für das Homekino: Gewinner-Dokus der Berlinale

Am 1. März 2021 startet die 71. Berlinale in diesem Jahr als online-Event. Passend dazu haben wir in unseren Streaming-Tipps Dokus zusammengestellt, die in den vergangenen Jahren mit Preisen auf der Berlinale ausgezeichnet wurden. (8/2021)

Heimat ist ein Raum aus Zeit

Der Filmemacher Thomas Heise verfolgt die Spuren seiner Familie bis ins 19. Jahrhundert hinein. Diese zeigen, wie zerrissen seine Familie ist: Menschen lernten sich zufällig kennen und lieben, trennten sich wieder, gingen Affären ein, verletzen sich, aber bekamen auch Kinder miteinander und lebten jahrelang glücklich zusammen. Alle haben auf ihre eigene Art und Weise Spuren hinterlassen. Thomas Heise zeigt diese in Form von Bildern, Manuskripten, Tagebüchern, Gesprächen und Briefen.

Wurde auf der Berlinale 2019 mit dem Caligari-Filmpreis ausgezeichnet. Verfügbar auf Vimeo und Amazon Prime.

Blue Boy

Die Berliner Bar „Blue Boy“ ist ein Treffpunkt für junge Männer aus aller Welt. Einige der anwesenden Männer sind Sexarbeiter. Sie erzählen von ihren Erfahrungen und beantworten die Fragen des Filmemachers, die sich während dem Gespräch stellen.

Wurde auf der Berlinale 2019 mit dem Silbernen Bären für den besten Kurzfilm ausgezeichnet. Verfügbar auf MUBI.

Espero tua (re)volta

In Brasilien sollten hunderte öffentliche Schulen geschlossen werden, da die Regierung einen Sparkurs im sozialen Sektor veranlasst hatte. Vor allem ärmere Familien traf diese Maßnahme sehr. Deshalb besetzen zahlreiche Schülerinnen und Schüler öffentliche Gebäude in São Paulo. Die Filmemacherin Eliza Capai begleitete die Proteste und gibt den Menschen eine Stimme. Begleitet werden die Aufnahmen der Demonstrationen von Interviews und Nachrichtenausschnitten.

Wurde auf der Berlinale 2019 mit dem Friedensfilmpreis sowie dem Amnesty International Filmpreis ausgezeichnet. Verfügbar auf MUBI.

Schönheit & Vergänglichkeit

Bevor Sven Marquardt als Türsteher des Berliner Clubs „Berghain“ große Bekanntheit erlangte, arbeitete er als Fotograf. Mittlerweile stellt er seine Fotografien, oftmals schwarz-weiß Aufnahmen, die die subkulturelle Szene in Ostberlin zeigen, überall auf der Welt aus und erhält große Anerkennung. Filmemacherin Annekatrin Hendel zeigt ein Porträt des Fotografen und seiner Werke im Wandel der Zeit.

Wurde auf der Berlinale 2019 mit dem Heiner-Carow-Preis ausgezeichnet. Verfügbar auf Vimeo.

Waldheims Walzer

Als der österreichische Politiker Kurt Waldheim sich 1986 für das Amt des Bundespräsidenten Österreichs kandidierte, kam seine verleugnete NS-Vergangenheit ans Licht. Der frühere UN-Generalsekretär zeigte sich als Vorzeige-Politiker der Nachkriegszeit während eine Debatte über seinen beschönigte Lebenslauf. Trotz allem wurde er gewählt. Die Regisseurin Ruth Beckermann rekonstruiert anhand von internationalen TV-Archivmaterial und eigener videoaufnahmen die Ereignisse.

Wurde auf der Berlinale 2018 mit dem Glashütte Original Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet. Kostenlos verfügbar in der Mediathek der Bundeszentrale für politische Bildung.

Überall wo wir sind

Vor sieben Jahren wurde bei Heiko eine tödliche Krankheit diagnostiziert. Doch er will nicht, dass diese sein Leben bestimmt und arbeitet weiter als Tanzlehrer in Berlin. Dann wird ihm jedoch mitgeteilt, dass er nicht mehr viel Zeit zu leben hat. Heiko zieht zurück zu seinen Eltern und bereitet sich mit seiner Familie und seinen Freunden auf den Tod vor. Zusammen verbringen sie seine letzten Momente mit ihm.

Wurde auf der Berlinale 2018 mit dem Kompass-Perspektive-Preis ausgezeichnet. Verfügbar auf Amazon Prime.

image_pdfAls PDF speichernimage_printDrucken
Hannah Hiergeist
Hannah Hiergeist ist Werkstudentin im Haus des Dokumentarfilms. Sie ist in der Online-Redaktion tätig und für den dokumentarischen Kinokalender auf der DOKsite verantwortlich.
Facebook
Twitter